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Tierhaltung

Tiefstreu

Auch: Tiefstreuverfahren, Tretmist, Kompoststall

Bei der Tiefstreu liegen die Tiere auf einer Streumatratze, die nur nachgestreut und erst nach Wochen oder Monaten ausgemistet wird.

Beim Tiefstreuverfahren wird laufend frisches Stroh oder anderes Einstreumaterial nachgelegt, ohne den alten Bestand zu entfernen. Unter der trockenen Oberfläche setzt in der Matratze ein aerober Rotteprozess ein, der Wärme erzeugt und Feuchtigkeit bindet. Ausgemistet wird erst nach Wochen bis Monaten, in einem Zug.

Eingesetzt wird es in der Mutterkuhhaltung, in der Kälber- und Jungviehaufzucht, in der Bullenmast, in der Schaf- und Ziegenhaltung sowie in der Schweinehaltung auf Stroh. In der Milchviehhaltung findet sich die Variante des Kompoststalls, bei der eine tiefe Liegefläche aus Hackschnitzeln oder Sägespänen zweimal täglich mit einer Fräse aufgelockert wird — das hält die Rotte aerob und die Oberfläche trocken.

Vorteile: hoher Liegekomfort und weiche Fläche, was Gelenk- und Klauengesundheit fördert; keine tägliche Entmistung; die Rottewärme hilft im Winter; und der entstehende Festmist ist ein humusreicher, gut lagerfähiger Dünger, siehe Stallmist.

Nachteile und Grenzen: hoher Strohbedarf von grob 5 bis 15 kg je Großvieheinheit und Tag; hoher Flächenbedarf je Tier; und die entscheidende Bedingung — die Matratze muss trocken bleiben. Wird zu wenig nachgestreut oder gerät der Bereich am Futtertisch und an der Tränke zu nass, kippt die Rotte ins Anaerobe. Dann steigen Keimdruck und Ammoniakbildung, und aus dem Tierwohlvorteil wird ein Gesundheitsrisiko, vor allem für die Eutergesundheit.

Üblich ist deshalb die Kombination aus einem eingestreuten Liegebereich und einem befestigten, planbefestigten oder perforierten Fress- und Laufbereich, der regelmäßig abgeschoben wird.

Häufige Fragen

Wie wird eine Tiefstreu gepflegt?

Es wird regelmäßig frisches Material nachgestreut, ohne die alte Schicht zu entfernen; ausgemistet wird erst nach Wochen bis Monaten.

Welche Vorteile bietet die Tiefstreu?

Hoher Liegekomfort, Rottewärme im Winter, keine tägliche Entmistung und humusreicher Festmist als Dünger.

Welches Material wird verwendet?

Meist Stroh, daneben Sägespäne, Hackschnitzel oder Miscanthus — entscheidend ist ausreichendes Saugvermögen.

Externe Quelle: Wikipedia: Einstreu
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