Merzung
Merzung ist das gezielte Ausscheiden von Tieren aus der Herde wegen Leistung, Gesundheit oder Fruchtbarkeit.
Merzung bezeichnet das Ausscheiden eines Tieres aus dem Bestand. Die Merzungsrate — der Anteil der jährlich abgehenden Kühe — liegt in deutschen Milchviehherden bei 30 bis 35 %; die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt damit nur etwa 2,7 bis 3,3 Laktationen.
Die entscheidende Unterscheidung, die in der Praxis oft untergeht:
Die freiwillige Merzung ist eine Züchtungsentscheidung — ein Tier geht ab, weil ein besseres nachrückt. Sie ist Ausdruck von Zuchtfortschritt und wirtschaftlich sinnvoll.
Die unfreiwillige Merzung ist ein Verlust. Das Tier muss gehen, weil es nicht mehr tragend wird, weil Euter oder Klauen nicht mehr mitmachen oder weil es krank ist. Hier gibt es keine Wahl.
Der eigentliche Kennwert ist deshalb nicht die Merzungsrate, sondern ihr Verhältnis. Eine Herde mit 32 % Abgängen, von denen zwei Drittel freiwillig sind, ist gesund und züchterisch aktiv. Eine Herde mit denselben 32 %, von denen vier Fünftel auf Unfruchtbarkeit und Eutergesundheit entfallen, verliert Geld — dort ersetzt die Nachzucht nur, was vorzeitig kaputtgeht.
Die Wirtschaftlichkeit hängt daran unmittelbar: Eine Färse hat ihre Aufzuchtkosten von grob 1.800 bis 2.400 € erst im Laufe der zweiten Laktation erwirtschaftet. Jede Kuh, die vorher abgeht, war ein Verlustgeschäft. Und die höchste Lebensleistung liegt in der dritten bis fünften Laktation — genau da, wo viele Herden ihre Tiere schon verloren haben.
Deshalb hat die Nutzungsdauer in den Zuchtwerten von Fleckvieh und Holstein erheblich an Gewicht gewonnen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Merzung?
Das Ausscheiden eines Tieres aus dem Bestand — freiwillig aus züchterischen Gründen oder unfreiwillig wegen Krankheit oder Unfruchtbarkeit.
Wie hoch ist die Merzungsrate in Milchviehherden?
In Deutschland 30 bis 35 % je Jahr, was einer Nutzungsdauer von etwa drei Laktationen entspricht.