Turbolader
Der Turbolader nutzt die Energie der Abgase, um eine Turbine anzutreiben, die Luft in den Zylinder verdichtet — mehr Leistung aus demselben Hubraum.
Der Turbolader besteht aus zwei auf einer Welle sitzenden Laufrädern: einer Turbine auf der Abgasseite und einem Verdichter auf der Ansaugseite. Die Abgase treiben die Turbine an — mit Drehzahlen bis über 200 000 min⁻¹ —, die gemeinsame Welle treibt den Verdichter, der die Ansaugluft vor dem Zylinder verdichtet.
Was das für den Motor bedeutet:
- 30 bis 50 % mehr Leistung aus demselben Hubraum gegenüber einem Saugmotor.
- Höheres Drehmoment im unteren Drehzahlbereich — entscheidend für Zugarbeit.
- Bessere Leistung in Höhenlagen — die Aufladung gleicht die dünnere Luft aus.
Moderne Traktormotoren nutzen:
- VTG (variable Turbinengeometrie) — verstellbare Leitschaufeln liefern über einen breiten Drehzahlbereich den passenden Ladedruck.
- Zweistufige Aufladung bei Spitzenmotoren (Fendt 1000, John Deere 9R) — ein kleiner Lader für niedrige, ein großer für hohe Drehzahlen.
- Ladeluftkühler hinter dem Verdichter — er kühlt die verdichtete, heiße Luft, was die Füllung dichter und die Leistung höher macht.
Zur Wartung: Der Turbolader wird über den Motorölkreislauf geschmiert, regelmäßige Ölwechsel sind deshalb entscheidend. Nach Volllast sollte der Motor 30 bis 60 Sekunden nachlaufen, bevor er abgestellt wird — sonst steht das Öl in den heißen Lagern und verkokt. Bei guter Wartung hält ein Turbolader über 10 000 Betriebsstunden.