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Imkerei

Cremehonig

Auch: gerührter Honig, Rühren, Impfen des Honigs

Cremehonig entsteht durch gesteuerte Kristallisation: Der flüssige Honig wird mit feinkristallinem Impfhonig versetzt und gerührt, sodass eine streichzarte Konsistenz entsteht.

Die Kristallisation ist ein natürlicher physikalisch-chemischer Vorgang — die Glucose fällt aus der übersättigten Lösung aus. Wie schnell das geschieht, bestimmt das Verhältnis von Fructose zu Glucose: Robinienhonig mit hohem Fructoseanteil bleibt lange flüssig, Rapshonig mit hohem Glucoseanteil wird binnen zwei bis sechs Wochen fest.

Beim Herstellen von Cremehonig wird dem flüssigen Honig ein Anteil von etwa 5 bis 10 % feinkristallinem Impfhonig zugesetzt. Die feinen Kristalle wirken als Kristallisationskeime; durch mehrfaches Rühren an aufeinanderfolgenden Tagen entstehen sehr kleine, gleichmäßige Kristalle und damit eine cremige, streichfähige Konsistenz.

Optimal sind Raumtemperaturen von 14 bis 16 °C über ein bis zwei Wochen. Unter 10 °C läuft der Vorgang zu langsam, über 25 °C lösen sich die Kristalle wieder auf. Wichtig ist, beim Rühren keine Luft einzuschlagen — sonst wird der Honig hell und schaumig.

Cremehonig ist im deutschsprachigen Direktverkauf sehr gefragt, weil er nicht vom Brot läuft und sich gleichmäßig streichen lässt. Zu beachten ist, dass eine Erwärmung über 40 °C die Enzyme schädigt; die Anforderungen des Deutschen Imkerbundes an sein Warenzeichen begrenzen die Erwärmung ausdrücklich.

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