Laktationskurve
Die Laktationskurve bildet den Verlauf der Milchleistung über die Laktation ab — steiler Anstieg, Höhepunkt und langsamer Abfall.
Die Laktationskurve zeigt die tägliche Milchmenge über die Standardlaktation von 305 Tagen. Sie hat einen typischen Verlauf: steiler Anstieg nach der Kalbung, Höhepunkt zwischen dem 40. und 60. Tag, danach ein gleichmäßiger Rückgang von etwa 6 bis 8 % je Monat — die Persistenz.
Der entscheidende Punkt liegt am Anfang. Die Milchleistung steigt schneller als die Futteraufnahme, die ihr Maximum erst um den 70. bis 90. Tag erreicht. Dazwischen klafft ein negatives Energiedefizit: Die Kuh mobilisiert Körperfett und verliert an Kondition. Diese Phase entscheidet über Ketose, Fettleber, Klauengesundheit und darüber, ob die Kuh rechtzeitig wieder tragend wird — praktisch alle teuren Probleme der Laktation entstehen hier.
Was die Kurvenform verrät:
- Hoher Höhepunkt, steiler Abfall — die Kuh gibt viel, hält es aber nicht; oft Fütterungs- oder Gesundheitsprobleme
- Flacher Höhepunkt, gute Persistenz — wirtschaftlich meist die bessere Kurve, weil die Belastung geringer und die Fruchtbarkeit besser ist
- Einbruch mitten in der Laktation — Hinweis auf Krankheit, Futterwechsel oder Hitzestress
Als Faustregel gilt: Jedes Kilogramm mehr am Höhepunkt bringt rund 200 kg mehr über die Laktation. Deshalb zielt das Management der Transitphase genau darauf. Siehe Transitphase und BCS (Body Condition Score).
Die Daten stammen aus der Milchleistungsprüfung; moderne Herdenmanagementprogramme legen die Ist-Kurve über eine Sollkurve und melden Abweichungen automatisch.
Häufige Fragen
Wie verläuft die Laktationskurve?
Steiler Anstieg nach der Kalbung, Höhepunkt um den 40. bis 60. Tag, danach ein Rückgang von 6 bis 8 % je Monat.
Wozu dient die Laktationskurve?
Zur Überwachung von Tiergesundheit und Fütterung — Abweichungen vom erwarteten Verlauf zeigen Probleme früh an.