DE

Die Texte auf dieser Website entstehen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So arbeiten wir

Tierhaltung

Färse

Auch: Kalbin, Jungrind, Zuchtfärse

Die Färse ist ein weibliches Rind vom Absetzen bis zur ersten Kalbung — die längste Kostenphase und zugleich die Zukunft der Herde.

Als Färse — in Österreich Kalbin — bezeichnet man ein weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat. Die Aufzuchtphase reicht vom Absetzen bis zur ersten Abkalbung und ist wirtschaftlich eine reine Investitionsphase: Es entstehen zwei Jahre lang nur Kosten.

Die Aufzuchtkosten liegen in Deutschland als Richtwert bei 1.800 bis 2.400 € je Färse. Sie sind erst im Laufe der zweiten Laktation wieder erwirtschaftet — deshalb ist jede Kuh, die vor diesem Punkt abgeht, ein Verlustgeschäft, siehe Merzung.

Das Erstkalbealter ist die zentrale Stellschraube, und zwar in beide Richtungen. Der Zielwert liegt bei 24 bis 26 Monaten. Jeder Monat darüber kostet zusätzliche Aufzuchtkosten ohne Gegenwert — bei 100 Färsen und drei Monaten Verzögerung summiert sich das erheblich. Zugleich darf nicht zu früh gekalbt werden: Entscheidend ist nicht das Alter, sondern das Gewicht. Zur Erstbelegung sollte die Färse etwa 55 bis 60 % des ausgewachsenen Gewichts erreicht haben, zur Kalbung rund 85 %. Bei Holstein heißt das grob 400 kg zur Belegung mit 15 Monaten und 600 kg zur Kalbung.

Daraus folgt die Aufzuchtstrategie: zügige, aber nicht verfettende Zunahmen von 750 bis 850 g täglich. Zu geringe Zunahmen verzögern die Zuchtreife; zu hohe führen zur Verfettung des Eutergewebes in der sensiblen Phase zwischen drei und neun Monaten und senken die spätere Milchleistung dauerhaft.

Zur Anpaarung: Färsen werden mit kalbeleichten Bullen angepaart — das Becken ist noch enger, und eine Schwergeburt bei der Erstkalbung wirkt sich auf die gesamte weitere Nutzung aus. Gesextes Sperma wird bevorzugt bei Färsen eingesetzt, weil sie die besten Fruchtbarkeitswerte der Herde haben.

Die Weide ist für Färsen aus Tierwohl- und Kostensicht ideal — sie brauchen keine Hochleistungsration, entwickeln auf der Weide gute Klauen und Fundamente und nutzen Grünlandflächen, die sonst schwer zu verwerten sind.

← Zurück zum Glossar