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Tierhaltung

Ohrmarke

Auch: Tierkennzeichnung, HI-Tier, Rinderpass

Die Ohrmarke ist die gesetzlich vorgeschriebene, lebenslange Kennzeichnung jedes Nutztieres und die Grundlage der Rückverfolgbarkeit.

Jedes Rind, Schaf, jede Ziege und jedes Schwein muss gekennzeichnet und in einer zentralen Datenbank registriert sein. Die Ohrmarke trägt einen Ländercode und eine eindeutige Nummer; beim Rind wird sie in beide Ohren eingezogen.

Die Fristen sind knapp und werden kontrolliert: Beim Rind ist die Kennzeichnung innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt vorzunehmen und die Geburt binnen sieben Tagen zu melden — spätestens jedoch bevor das Tier den Betrieb verlässt. Jede Bewegung, jeder Zu- und Abgang, jeder Tod ist ebenfalls binnen sieben Tagen zu melden.

Die Datenbanken sind national: In Deutschland läuft alles über HI-Tier, das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere, betrieben von den Ländern. In Österreich übernimmt das die Rinderdatenbank der AMA beziehungsweise das Veterinärinformationssystem VIS. Jeder Betrieb hat eine Registriernummer, über die sein Tierbestand geführt wird.

Der Rinderpass begleitet in Deutschland jedes Rind: Er wird nach der Geburtsmeldung ausgestellt, bei jedem Besitzerwechsel weitergegeben und beim Schlachten eingezogen.

Wozu der Aufwand dient, wurde in den Krisen der 1990er-Jahre schmerzhaft klar. Nach BSE und der Maul- und Klauenseuche zeigte sich, dass ohne lückenlose Rückverfolgbarkeit weder Seuchenbekämpfung noch Verbrauchervertrauen möglich sind. Heute stützen sich darauf die Tierseuchenbekämpfung mit Sperrbezirken und Handelsbeschränkungen, die Rindfleischetikettierung mit Angabe von Geburts-, Mast- und Schlachtland, die Kontrolle tierbezogener Prämien und die Abwicklung von Entschädigungen aus der Tierseuchenkasse.

Praktisch relevant: Verlorene Ohrmarken sind unverzüglich nachzubestellen und einzuziehen — ein Tier ohne Kennzeichnung darf den Betrieb nicht verlassen und ist bei Kontrollen ein Verstoß gegen die Konditionalität mit unmittelbarer Kürzung der Direktzahlungen. Bei Rindern ersetzt zunehmend die elektronische Ohrmarke die konventionelle, was zugleich Herdenmanagement und Sensorik erleichtert.

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