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Kulturen und Rohstoffe

Sorghum

Auch: Mohrenhirse, Sorghum bicolor, Sudangras

Sorghum ist eine trockenheitstolerante C4-Pflanze, die in Mitteleuropa als klimawandelrobuste Alternative zum Silomais an Bedeutung gewinnt.

Sorghum (*Sorghum bicolor*) ist weltweit die fünftwichtigste Getreideart und in Afrika und Südasien Grundnahrungsmittel. In Mitteleuropa wird es fast ausschließlich als Futter- und Energiepflanze angebaut, in zwei Nutzungsrichtungen: Körnersorghum und die massewüchsigen Sudangras- und Zuckerhirsetypen für die Silage.

Warum es zunehmend interessiert: Sorghum braucht etwa ein Drittel weniger Wasser als Mais für dieselbe Trockenmasse und hat ein bemerkenswertes Sicherheitsverhalten — bei Trockenstress stellt es das Wachstum vorübergehend ein und nimmt es nach Niederschlag wieder auf, statt endgültig abzureifen. In Trockenjahren, in denen der Silomais schon im Juli notreif ist, liefert Sorghum noch. Sein tiefes, feines Wurzelsystem verbessert zudem die Bodenstruktur.

Hinzu kommt ein Argument, das in Maisregionen zunehmend zählt: Sorghum ist kein Wirt des Westlichen Maiswurzelbohrers und damit ein wertvolles Fruchtfolgeglied dort, wo der Maisanbau amtlich begrenzt ist — siehe Westlicher Maiswurzelbohrer.

Die Grenzen liegen in der Kälteempfindlichkeit — gesät wird erst ab 12 bis 14 °C Bodentemperatur, also nach dem Mais —, im geringeren Energiegehalt der Silage, weil der Kolbenanteil fehlt, und in der sehr schmalen Herbizidzulassung.

Ein Sicherheitshinweis zur Fütterung: Junge Sorghumpflanzen und Wiederaustrieb nach Trockenstress oder Frost können cyanogene Glykoside enthalten, die Blausäure freisetzen. Grünfütterung und Beweidung sind erst ab einer Wuchshöhe von etwa 60 bis 80 cm unbedenklich; im Silierprozess baut sich die Blausäure ab.

Häufige Fragen

Wofür wird Sorghum angebaut?

In Mitteleuropa vor allem als Silage für Rinderfütterung und Biogas, weltweit auch als Brotgetreide.

Welche Vorteile hat Sorghum gegenüber Mais?

Deutlich geringerer Wasserbedarf, Erholung nach Trockenstress und keine Wirtseignung für den Maiswurzelbohrer.

Externe Quelle: Wikipedia: Mohrenhirse
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