Westlicher Maiswurzelbohrer
Der Westliche Maiswurzelbohrer ist ein eingeschleppter Käfer, dessen Larven die Maiswurzeln zerstören; die wirksamste Gegenmaßnahme ist der Fruchtwechsel.
*Diabrotica virgifera virgifera* stammt aus Nordamerika und wurde Anfang der 1990er-Jahre nach Europa eingeschleppt. In Deutschland trat er zuerst in Bayern und Baden-Württemberg auf, in Österreich ist er in den Maisbaugebieten seit Längerem etabliert.
Den Schaden richten die Larven an. Sie fressen an den Maiswurzeln und zerstören das Wurzelwerk. Die Pflanzen können Wasser und Nährstoffe nicht mehr aufnehmen und kippen bei Wind um; das typische Bild ist der Gänsehalswuchs — umgeknickte Pflanzen, die sich wieder aufzurichten versuchen. Die Käfer selbst fressen an Narbenfäden und Pollen, was bei starkem Auftreten die Befruchtung stört.
Die Bekämpfung folgt unmittelbar aus der Biologie. Der Käfer legt seine Eier fast ausschließlich in Maisbestände ab, und die Larven können sich nur an Maiswurzeln entwickeln. Steht im Folgejahr auf derselben Fläche kein Mais, verhungern sie. Ein einziger Fruchtwechsel unterbricht den Zyklus damit vollständig — deshalb ist der Verzicht auf Mais-Monokultur die mit Abstand wirksamste und billigste Maßnahme.
Genau darauf setzt auch das amtliche Vorgehen: In befallenen Gebieten haben die Pflanzenschutzdienste der Länder in Deutschland und die Behörden in Österreich Allgemeinverfügungen erlassen, die den Anbau von Mais nach Mais begrenzen — je nach Region etwa auf höchstens zwei aufeinanderfolgende Jahre. Der Käfer war früher ein EU-Quarantäneschädling; seit 2014 gilt er als etabliert und wird nicht mehr auf Ausrottung, sondern auf Eindämmung bewirtschaftet.
Überwacht wird mit Pheromonfallen. Insektizide gegen die Käfer und Bodengranulate gegen die Larven sind möglich, aber teuer und deutlich weniger zuverlässig als der Fruchtwechsel.
Häufige Fragen
Wie zeigt sich ein Befall mit dem Maiswurzelbohrer?
Durch zerstörte Wurzeln, umkippende Pflanzen und den typischen Gänsehalswuchs; die Käfer fressen zusätzlich an Narbenfäden.
Wie wird der Maiswurzelbohrer bekämpft?
Vor allem über den Fruchtwechsel — die Larven entwickeln sich ausschließlich an Maiswurzeln, sodass eine maisfreie Kultur den Zyklus unterbricht.