Allradantrieb
Der Allradantrieb treibt zusätzlich die Vorderachse an — mehr Zugkraft, weniger Schlupf, bessere Traktion auf nassem Boden. Bei modernen Traktoren praktisch durchgängig Standard.
Der Allradantrieb beim Traktor (technisch MFWD — Mechanical Front Wheel Drive) treibt zusätzlich die gelenkte Vorderachse an. Seit den 1990er-Jahren ist er bei allen Traktoren über etwa 50 PS Standard.
Aufbau:
- Mechanischer Antrieb über eine Gelenkwelle vom Getriebe zum Vorderachsdifferenzial.
- Zuschaltbare Kupplung — der Fahrer kann den Allrad abschalten. Auf der Straße spart das Kraftstoff und verhindert Verspannungen im Antriebsstrang.
- Gleich große Räder vorn und hinten bei Knicklenkern und einigen Großtraktoren (Fendt 1000, John Deere 9R) — beste Traktion, aber größerer Wendekreis.
Ein wichtiger Unterschied zum Pkw: Vorder- und Hinterachse laufen nicht frei gegeneinander, sondern mit einem konstruktiv festgelegten Vorlauf der Vorderachse von etwa 1 bis 5 %. Er sorgt dafür, dass die Vorderräder leicht ziehen. Ein zu großer Vorlauf durch falsche Reifengrößen führt zu Verspannung, erhöhtem Reifenverschleiß und Schäden im Antriebsstrang.
Vorteile:
- 25 bis 40 % mehr Zugkraft gegenüber reinem Hinterradantrieb.
- Bessere Steigfähigkeit — entscheidend im Grünland der Berglagen und in der Forstwirtschaft.
- Weniger Schlupf — das schont den Boden und spart Kraftstoff bei schwerer Zugarbeit.
Nachteile: höherer Anschaffungspreis, mehr wartungsrelevante Bauteile und ein höherer Verbrauch auf der Straße — weshalb sich der Allrad dort abschalten lässt.
Ergänzend wirken die Differenzialsperren an Vorder- und Hinterachse, die der Fahrer bei Traktionsverlust im nassen Boden zuschaltet. Sie dürfen nur geradeaus und nicht auf befestigter Fahrbahn genutzt werden.