Kappung und Degression der Direktzahlungen
Kappung begrenzt die Direktzahlungen je Betrieb nach oben, Degression kürzt sie oberhalb bestimmter Schwellen stufenweise — beides ist für die Mitgliedstaaten freiwillig.
Kappung bedeutet, dass die Direktzahlungen eines Betriebs oberhalb eines Höchstbetrags gar nicht mehr ausgezahlt werden; Degression kürzt sie oberhalb festgelegter Schwellen prozentual, ohne sie ganz zu streichen. Beides zielt darauf, die Konzentration der Fördermittel bei wenigen sehr großen Betrieben zu begrenzen. Vor der Anwendung dürfen Lohnkosten abgezogen werden, damit arbeitsintensive Betriebe nicht benachteiligt werden.
Die EU stellt beide Instrumente den Mitgliedstaaten frei und erlaubt ausdrücklich, statt ihrer eine ausreichend ausgestattete Umverteilungszahlung einzusetzen. Deutschland hat genau diesen Weg gewählt: Es gibt keine Kappung, dafür die zweistufige Umverteilungseinkommensstützung auf die ersten 60 Hektar. Österreich kappt dagegen die Basiszahlung bei 100 000 € je Betrieb, wobei Lohnkosten abgezogen werden dürfen.
Das Ergebnis ist ähnlich, der Weg ein anderer: Die Kappung nimmt oben weg, die Umverteilung legt unten drauf. Politisch ist die Umverteilung leichter durchzusetzen, weil kein Betrieb eine Zahlung verliert, die er zuvor erhalten hat.
Häufige Fragen
Was bedeutet Kappung der Direktzahlungen?
Die Begrenzung der Direktzahlungen je Betrieb auf einen Höchstbetrag; darüber hinausgehende Beträge werden nicht ausgezahlt.
Warum wird über Kappung diskutiert?
Weil sie die Konzentration der Fördermittel bei wenigen sehr großen Betrieben begrenzen soll.
Gilt in Deutschland eine Kappung?
Nein. Deutschland hat auf Kappung und Degression verzichtet und setzt stattdessen die Umverteilungseinkommensstützung auf die ersten 60 Hektar ein.