Bienenwachs
Bienenwachs ist das feste Drüsensekret der Arbeiterinnen, aus dem die Waben gebaut werden; industriell dient es für Mittelwände, Kosmetik und Pharmazie.
Bienenwachs schwitzen Arbeiterinnen im Alter von 12 bis 18 Tagen aus vier Paar Wachsdrüsen an der Bauchseite des Hinterleibs aus. Die einzelnen Wachsplättchen wiegen etwa 0,8 mg und werden mit den Mandibeln zum Baumaterial der Wabe verarbeitet.
Chemisch ist es ein komplexes Gemisch aus Estern langkettiger Fettsäuren und Alkohole, Kohlenwasserstoffen, freien Säuren und Alkoholen. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 62 und 65 °C, der Erstarrungspunkt ein bis zwei Grad darunter. Wachs ist wasserunlöslich, aber löslich in organischen Lösungsmitteln.
Beim Einschmelzen alter Waben im Sonnenwachsschmelzer oder Dampfwachsschmelzer werden 60 bis 80 % der Wabenmasse als Wachs zurückgewonnen. Je Volk und Jahr lassen sich 0,2 bis 1 kg gewinnen, abhängig vom Umfang der Wabenerneuerung. Das Wachs wird zu Mittelwänden, Kerzen, Kosmetik und pharmazeutischen Grundlagen verarbeitet.
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Akariziden — vor allem Fluvalinat und Coumaphos — reichern sich im Wachs an. Das ist eines der Hauptargumente für den konsequenten Wabenaustausch. Zugekaufte Mittelwände aus unklarer Quelle können belastetes Wachs enthalten und die Rückstände wieder ins Volk tragen; ein eigener Wachskreislauf ist deshalb der sicherste Weg.