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Schlepperfahrer

Auch: Traktorist, Trecker­fahrer, Landmaschinenführer

Der Schlepperfahrer bedient den Traktor mit allen Anbaugeräten — vom Pflügen über Säen und Pflanzenschutz bis zum Transport.

Der Schlepperfahrer — je nach Region auch Traktorist oder Treckerfahrer — ist die vielseitigste Arbeitskraft des landwirtschaftlichen Betriebs. Der formale Ausbildungsweg führt über den Landwirt oder die Fachkraft Agrarservice, ein Ausbildungsberuf, der eigens auf Maschinenführung und Lohnarbeit zugeschnitten ist.

Das Aufgabenspektrum umspannt das ganze Jahr: Bodenbearbeitung und Aussaat im Frühjahr, Düngung und Pflanzenschutz in der Vegetation, Futter- und Getreideernte im Sommer, Stoppelbearbeitung, Gülleausbringung und Zwischenfruchtsaat im Herbst, dazu über den Winter Transport, Winterdienst und Werkstatt.

Der Beruf hat sich in zwanzig Jahren stark verändert. Zum handwerklichen Können — Hydraulik verstehen, Geräte richtig einstellen, Störungen im Feld beheben — sind Anforderungen getreten, die früher nichts mit dem Schlepper zu tun hatten:

  • Bedienung der Terminals und Kalibrierung von Sensoren
  • ISOBUS-Geräteanbindung und Fehlersuche, wenn Maschine und Terminal einander nicht erkennen
  • Spurführung mit RTK und das Anlegen von Referenzlinien, siehe RTK-Basisstation
  • Applikationskarten einlesen und die Umsetzung kontrollieren, siehe Applikationskarte
  • Dokumentation, die unmittelbar in die gesetzlich verlangten Aufzeichnungen läuft, siehe Farmmanagement-Informationssystem (FMIS)

Rechtlich braucht er die Führerscheinklasse T, für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zwingend den Sachkundenachweis Pflanzenschutz mit verpflichtender Fortbildung alle drei Jahre, und für den gewerblichen Gütertransport gegebenenfalls weitere Qualifikationen. Die Lenk- und Ruhezeitenregelungen kennen für die Landwirtschaft Ausnahmen — sie gelten aber nicht unbegrenzt und werden bei Straßenfahrten kontrolliert.

Die Nachwuchslage ist angespannt. Der Altersdurchschnitt ist hoch, viele Betriebe finden keine qualifizierten Bewerber und greifen auf Lohnunternehmen oder Saisonkräfte aus dem europäischen Ausland zurück. Zugleich verschiebt die Technik das Anforderungsprofil: Wer heute in den Beruf einsteigt, arbeitet weniger mit dem Lenkrad und mehr mit dem Display.

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