Buchweizen
Buchweizen ist ein glutenfreies Pseudogetreide mit sehr kurzer Vegetationszeit — zugleich eine der besten Bienenweiden im Spätsommer.
Buchweizen (*Fagopyrum esculentum*) ist trotz des Namens kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs und damit botanisch mit Rhabarber und Sauerampfer verwandt. Als Pseudogetreide liefert er stärkereiche Körner, ist aber vollständig glutenfrei.
Ernährungsphysiologisch ist er bemerkenswert: hochwertiges Eiweiß mit allen essenziellen Aminosäuren, darunter das in Getreide fehlende Lysin, und ein hoher Gehalt an Rutin, einem Flavonoid mit gefäßschützender Wirkung, das ihn zur Rohstoffquelle für die Pharmazie macht.
Im Anbau ist er ein Sonderling. Die Vegetationszeit beträgt nur 70 bis 100 Tage, weshalb er noch als Zweitfrucht nach der Gerstenernte gesät werden kann. Er gedeiht auf armen, sauren Sandböden, wo kaum etwas anderes wächst — historisch die Kultur der Heidegebiete, daher der Name Heidekorn. Stickstoff braucht er kaum; überversorgt neigt er zu Lager. Seine dichte Blattmasse und die Wurzelausscheidungen unterdrücken Unkraut wirksam, weshalb er auch als Zwischenfrucht und in Blühmischungen geschätzt wird.
Als Bienenweide ist er herausragend: Er blüht von Juli bis September, also genau im spätsommerlichen Trachtloch, und liefert einen dunklen, kräftig-malzigen Sortenhonig.
Die Schwächen sind ausgeprägt: äußerste Frostempfindlichkeit — schon leichter Frost vernichtet den Bestand —, ungleichmäßige Abreife, weil an derselben Pflanze gleichzeitig Blüten und reife Körner sitzen, und daraus folgend hohe Ernteverluste durch Ausfall. Herbizide sind praktisch nicht zugelassen.
Häufige Fragen
Wofür wird Buchweizen angebaut?
Für glutenfreie Lebensmittel, als Rutinlieferant für die Pharmazie, als Zwischenfrucht und als Bienenweide.
Wie wird Buchweizen angebaut?
Er wird spät gesät, kommt auf armen sauren Böden zurecht, braucht kaum Stickstoff und ist nach 70 bis 100 Tagen erntereif — er verträgt jedoch keinen Frost.