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Ackerbau

Mineralisierung

Auch: Stickstoffmineralisierung, Umsetzung organischer Substanz

Mineralisierung ist der mikrobielle Abbau organischer Substanz zu pflanzenverfügbaren mineralischen Nährstoffen.

Bei der Mineralisierung bauen Bodenmikroorganismen organische Substanz ab und setzen dabei Kohlendioxid, Wasser und pflanzenverfügbare mineralische Nährstoffe frei — beim Stickstoff über Ammonifikation zu Ammonium und weiter über Nitrifikation zu Nitrat.

Das Tempo hängt vor allem von drei Faktoren ab: Temperatur — die Umsetzung verdoppelt sich grob je 10 °C —, Bodenfeuchte und dem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis des Materials. Unter einem C/N-Verhältnis von etwa 20 wird netto Stickstoff freigesetzt, darüber binden die Mikroorganismen ihn zunächst selbst: Diese Stickstoff-Immobilisierung erklärt, warum nach dem Einarbeiten von Stroh mit einem C/N-Verhältnis um 80 die Folgekultur zunächst Stickstoff vermisst.

Ackerbaulich ist das die zentrale Rechengröße der Düngeplanung. Aus Humus, Ernte- und Zwischenfruchtrückständen sowie organischer Düngung stammen erhebliche Stickstoffmengen, die im Herbst und Frühjahr freigesetzt werden. Die Düngeverordnung verlangt deshalb ausdrücklich, die Nachlieferung aus dem Boden und aus organischer Düngung im Düngebedarf anzurechnen.

Das Risiko liegt im Herbst: Warme, feuchte Böden mineralisieren kräftig, während keine Kultur den Stickstoff aufnimmt — das freigesetzte Nitrat wird über Winter ausgewaschen. Genau dagegen wirken Zwischenfrüchte und Untersaaten, die den Stickstoff aufnehmen und im Frühjahr wieder abgeben.

Häufige Fragen

Was ist Mineralisierung im Boden?

Der mikrobielle Abbau organischer Substanz zu mineralischen, pflanzenverfügbaren Nährstoffen.

Wovon hängt die Mineralisierung ab?

Vor allem von Bodentemperatur, Feuchte, Durchlüftung und dem C/N-Verhältnis der organischen Substanz.

Warum ist die Mineralisierung wichtig?

Sie liefert einen erheblichen Teil des Pflanzenstickstoffs und muss deshalb im Düngebedarf angerechnet werden.

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