Kapillarität des Bodens
Die Kapillarität ist die Fähigkeit des Bodens, Wasser in feinen Poren entgegen der Schwerkraft nach oben zu leiten.
In feinen Bodenporen steigt Wasser durch Adhäsion an den Porenwänden und Kohäsion der Wassermoleküle gegen die Schwerkraft auf. Je feiner die Poren, desto höher der Aufstieg — im Sandboden nur wenige Dezimeter, im Schluffboden über zwei Meter. Deshalb sind Schluff- und Lössböden die ertragssichersten: Sie liefern Pflanzen auch in Trockenphasen noch Wasser aus dem Untergrund nach.
Ackerbaulich wird die Kapillarität in beide Richtungen genutzt.
Erhalten will man sie unter dem Saatkorn. Nur ein rückverfestigter Anschluss lässt Wasser zum Korn nachziehen — genau das leistet die Nachlaufwalze, siehe Walzen.
Unterbrechen will man sie an der Oberfläche. Eine durchgehende Kapillare bis nach oben pumpt Bodenwasser an die Luft, wo es verdunstet. Die flache Stoppelbearbeitung unmittelbar nach der Ernte kappt diese Verbindung und bewahrt Bodenfeuchte für die Folgekultur — das ist ihr Hauptzweck, nicht das Einmischen des Strohs.
Gestört wird die Kapillarität durch Verdichtungen und Bearbeitungssohlen: Sie unterbrechen den Porenzusammenhang, sodass das Wasser im Unterboden für die Wurzel unerreichbar bleibt. Siehe Bodenverdichtung.
Häufige Fragen
Was ist Kapillarität im Boden?
Die Fähigkeit, Wasser in feinen Poren entgegen der Schwerkraft nach oben zu leiten.
Wie nutzt der Ackerbau die Kapillarität?
Unter dem Saatkorn wird sie durch Rückverfestigung erhalten, an der Oberfläche durch flache Stoppelbearbeitung unterbrochen, um Verdunstung zu bremsen.