Rotklee
Rotklee ist eine mehrjährige Futterleguminose mit hohem Eiweißgehalt, die Luftstickstoff bindet und die Bodenstruktur verbessert.
Rotklee (*Trifolium pratense*) ist eine zwei- bis dreijährige Leguminose mit kräftiger Pfahlwurzel. Über die Symbiose mit Knöllchenbakterien der Gattung *Rhizobium* bindet ein Bestand 150 bis 250 kg Luftstickstoff je Hektar und Jahr — die Grundlage der Nährstoffversorgung im Ökolandbau und ein erheblicher Vorfruchtwert auch im konventionellen Betrieb, wo 40 bis 80 kg N für die Folgekultur nachgeliefert werden.
Futterwert: 16 bis 20 % Rohprotein in der Trockenmasse, hohe Schmackhaftigkeit, zwei bis vier Schnitte je Jahr. Meist wird er im Kleegras mit Deutschem Weidelgras oder Wiesenschwingel angebaut — die Mischung ist ertragssicherer, siliert besser und liefert ein günstigeres Energie-Eiweiß-Verhältnis als Reinsaat.
Die Pfahlwurzel dringt tief ein und hinterlässt stabile Bioporen, die Verdichtungen durchbrechen. Als mehrjähriger Bestand unterdrückt Kleegras zudem Ungräser wirksam — im Ökolandbau der wichtigste Hebel gegen Acker-Fuchsschwanz.
Was zu beachten ist: Rotklee ist kleemüdigkeitsempfindlich. Bei zu enger Wiederkehr treten Kleekrebs (*Sclerotinia trifoliorum*) und Nematoden auf; einzuhalten sind mindestens vier bis fünf Jahre Anbaupause. Beim Verfüttern an tragende Tiere sind die Phytoöstrogene zu beachten, die in großen Mengen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, und beim Weiden von Frischbestand droht Blähsucht (Tympanie) — Klee sollte angewelkt oder zusammen mit strukturreichem Futter angeboten werden.
Förderrechtlich zählt Kleegras zu den Leguminosen und kann in Deutschland in Agrarumweltmaßnahmen genutzt werden.
Häufige Fragen
Wozu wird Rotklee angebaut?
Als eiweißreiches Futter und zur Stickstoffbindung — ein Bestand fixiert 150 bis 250 kg Luftstickstoff je Hektar und Jahr.
Welche Ansprüche stellt Rotklee an den Boden?
Er bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete Böden mit einem pH um 6 bis 7 und verträgt Staunässe schlecht.