DE

Die Texte auf dieser Website entstehen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So arbeiten wir

Krankheiten und Schädlinge · Pflanzenschutz

Cercospora-Blattfleckenkrankheit der Rübe

Cercospora beticola

Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit ist die verbreitetste und bedeutendste Blattkrankheit der Zuckerrübe. Auf den Blättern bilden sich kleine runde Flecken mit hellem Zentrum und dunkelbraunem bis rotviolettem Rand; bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen und die Blätter sterben ab. Die Pflanze ersetzt die abgestorbenen Blätter durch neue — auf Kosten der Zuckereinlagerung in den Rübenkörper, sodass Ertrag und Zuckergehalt sinken. Die Krankheit breitet sich bei warmer, feuchter Witterung in der zweiten Vegetationshälfte aus.

1gefährdete Kulturen

Erreger

Pilz Cercospora beticola

Symptome

Erste Symptome sind kleine runde Flecken (2 bis 3 mm) mit aschgrauem Zentrum und scharf abgegrenztem dunkelbraunem bis rotviolettem Rand. Im Zentrum der Flecken sind bei Feuchtigkeit kleine schwarze Konidienträgerbüschel erkennbar. Die Flecken fließen allmählich zusammen, das Blatt vergilbt, bräunt und stirbt ab; zuerst betroffen sind die älteren äußeren Blätter. Stark befallene Bestände wirken wie verbrannt.

Wirtspflanzen

  • Zuckerrübe
  • Futterrübe
  • Spinat und Rote Bete (weniger bedeutend)

Ausbreitungsbedingungen

Der Pilz breitet sich über Konidien aus, die Wind, Regen und Maschinen verfrachten. Optimal für die Infektion ist warme, feuchte Witterung (etwa 25 bis 30 °C tagsüber, nächtliche Blattnässe). Quelle der Primärinfektion sind befallene Ernterückstände der Rübe und der Boden — das Risiko ist deshalb auf Flächen mit kurzer Anbaupause am höchsten.

Schadwirkung und Bekämpfungsschwelle

Die Cercospora zählt zu den wirtschaftlich schwerwiegendsten Krankheiten der Zuckerrübe. Der wiederholte Verlust der Blattfläche und deren Neubildung verbrauchen Zucker; die Verluste an Rübenertrag und Zuckergehalt können bei vernachlässigtem Schutz Zehnerprozente erreichen. Behandelt wird nach Warndienst beim Auftreten der ersten Flecken.

Lebenszyklus und Infektionsquelle

Der Pilz überwintert als Myzel und Pseudostromata an Ernterückständen der Rübe im Boden, wo er mehrere Jahre überdauert. Im Frühjahr bildet er Konidien, die die Primärinfektion einleiten; im warmen, feuchten Sommer folgt eine Reihe polyzyklischer Infektionen. Eine kurze Anbaupause reichert das Inokulum im Boden an.

Wirkstoffe zum Pflanzenschutz

Beispiele fungizider Wirkstoffe gegen diese Krankheit, keine Empfehlung eines bestimmten Mittels. Ob ein Mittel zugelassen ist und wie es dosiert wird, immer im amtlichen Pflanzenschutzmittelregister prüfen (Deutschland BVL, Österreich BAES, Tschechien ÚKZÚZ). Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

  • difenoconazole + fenpropidin
  • azoxystrobin + difenoconazole
  • Kupferpräparate

Schutz und Vorbeugung

Grundlage sind der Anbau toleranter Sorten, die Einhaltung einer Anbaupause von mindestens drei Jahren und das Einarbeiten des befallenen Rübenblatts. Der Fungizidschutz beginnt nach Warndienst zu Befallsbeginn und wird je nach Krankheitsdruck wiederholt; wegen der verbreiteten Resistenz von Cercospora beticola müssen die Wirkstoffe gewechselt werden. ‼️ Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist national geregelt — prüfen Sie sie in Deutschland beim BVL, in Österreich beim BAES beziehungsweise der AGES.

Gefährdete Kulturen 1

Häufige Fragen

Wie senkt die Cercospora den Ertrag der Zuckerrübe?

Befallene Blätter sterben ab, und die Pflanze muss sie durch neue ersetzen. Das verbraucht Energie und Zucker, die sie sonst im Rübenkörper einlagern würde. Die Folge sind ein geringerer Rübenertrag und ein sinkender Zuckergehalt.

Wann greift man gegen die Cercospora ein?

Die Behandlung beginnt nach Warndienst gleich beim Auftreten der ersten Flecken, üblicherweise in der zweiten Sommerhälfte, und wird je nach Witterung und Krankheitsdruck gegebenenfalls wiederholt — unter Einhaltung des Wirkstoffwechsels.

Wie unterscheidet man Cercospora von der Ramularia-Blattfleckenkrankheit?

Die Cercospora bildet kleinere Flecken mit ausgeprägtem dunkelbraunem bis rotviolettem Rand, während die Ramularia hellere, größere Flecken mit weniger scharfem Rand zeigt. Die sichere Unterscheidung bestätigt eine Laboranalyse, die Bekämpfung überschneidet sich jedoch weitgehend.

Warum ist Resistenz bei der Cercospora verbreitet?

Cercospora beticola hat ein hohes Vermehrungspotenzial, und in ganz Europa ist ein Wirkungsverlust zahlreicher Azole und Strobilurine beschrieben. Empfohlen wird deshalb, Wirkstoffe mit unterschiedlichem Wirkmechanismus zu wechseln und durch Multisite-Präparate zu ergänzen.