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Pflanzenschutz

Maiszünsler

Auch: Ostrinia nubilalis, European corn borer

Der Maiszünsler ist der wichtigste Maisschädling Mitteleuropas; seine Raupen fressen im Stängel und lassen die Pflanze knicken.

*Ostrinia nubilalis* ist ein unscheinbarer Kleinschmetterling, dessen Raupen sich in den Maisstängel bohren. Der Fraßgang unterbricht die Leitbahnen; die Pflanze knickt oberhalb der Bohrstelle ab, der Kolben bleibt klein oder fällt zu Boden.

Der zweite, oft unterschätzte Schaden: Die Bohrlöcher sind Eintrittspforten für *Fusarium*. Maiszünslerbefall und erhöhte Mykotoxingehalte im Erntegut hängen unmittelbar zusammen — bei Silomais für Milchkühe und bei Körnermais für Schweine ist das der wirtschaftlich schwerere Teil des Schadens.

Die Ausbreitung nach Norden ist eine der deutlichsten Folgen des Klimawandels im Pflanzenschutz. Lange auf Süddeutschland, Österreich und den Oberrhein beschränkt, hat sich der Zünsler seit den 2000er-Jahren stetig nach Norden ausgedehnt und tritt inzwischen bis nach Norddeutschland auf.

Der Zyklus: Die Raupen überwintern in den Maisstoppeln und verpuppen sich dort im Frühjahr. Die Falter fliegen ab Ende Juni und legen ihre Eier an die Blattunterseiten. Genau an diesem Punkt setzt die wirksamste Maßnahme an.

Die Stoppelbearbeitung ist die tragende Säule der Bekämpfung. Gründliches Zerschlagen der Maisstoppeln direkt nach der Ernte mit Mulcher oder Stoppelbearbeitungsgerät, anschließendes tiefes Einarbeiten, tötet den überwiegenden Teil der überwinternden Raupen ab. In befallenen Regionen ordnen die Pflanzenschutzdienste der Länder das teils verbindlich an.

Der biologische Weg funktioniert hier ausgesprochen gut. Die Schlupfwespe *Trichogramma brassicae* parasitiert die Eigelege. Ausgebracht wird sie in Kapseln, seit einigen Jahren überwiegend per Drohne — ein Verfahren, das im Mais inzwischen auf großer Fläche etabliert ist, keine Rückstände hinterlässt und in der Wirkung mit einer Insektizidbehandlung mithält. Der Termin richtet sich nach dem Flugverlauf aus Pheromon- und Lichtfallen.

Chemisch stehen Diamide zur Verfügung; das Zeitfenster ist eng, weil nur die frisch geschlüpfte Raupe vor dem Einbohren erreichbar ist. Erschwerend kommt die Bestandeshöhe hinzu — im mannshohen Mais ist die Applikation ohne Spezialtechnik oder Drohne kaum noch möglich.

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