Bienenhaus
Das Bienenhaus ist ein überdachter Unterstand oder ein Gebäude, das die Völker vor Witterung, Räubern und Diebstahl schützt und zugleich Arbeitsraum und Lager bietet.
Das klassische Bienenhaus ist ein Holzgebäude, in dem die Beuten in Reihen stehen und die Fluglöcher nach außen zeigen. Diese Bauweise stammt aus der Zeit der Hinterbehandlungsbeuten und ist im Alpenraum und in Österreich noch weit verbreitet — sie erlaubt Arbeiten bei jedem Wetter und schützt Holzbeuten dauerhaft vor Regen und Schnee.
Die moderne Betriebsweise mit Magazinbeuten arbeitet dagegen meist im Freistand: Die Beuten stehen einzeln auf Gerüsten oder Paletten, überdacht nur durch den Blechdeckel. Das ist billiger, flexibler und Voraussetzung für das Wandern. Für die Völker ist ein sonniger, windgeschützter Platz mit leichter Mittagsbeschattung und freiem Anflug wichtiger als ein Dach.
Rechtlich ist die Bienenhaltung in Deutschland grundsätzlich auch in Wohngebieten zulässig und gilt nicht als störende Tierhaltung. Abstände zu Nachbargrundstücken regeln die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer, in Österreich die Bienenzucht- beziehungsweise Landesgesetze; verbreitet ist die Auflage, entweder einen Mindestabstand einzuhalten oder eine mindestens zwei Meter hohe Hecke oder Wand vor dem Flugloch anzulegen, die die Bienen zum Hochfliegen zwingt.
Für die Honigernte ist ein sauberer, bienendichter Schleuderraum nötig. Die Anforderungen ergeben sich aus dem EU-Lebensmittelhygienerecht; für die kleine Imkerei genügt in der Regel eine gut zu reinigende Küche, sofern sie während des Schleuderns ausschließlich dafür genutzt wird.