Lagergeld
Das Lagergeld ist die Gebühr, die ein Lagerhaus für die Einlagerung von Erntegut je Tonne und Zeiteinheit berechnet.
Das Lagergeld ist das Entgelt, das ein Landhandel, eine Genossenschaft oder ein Lagerhaus für die Aufbewahrung von Getreide, Ölsaaten oder anderen Erzeugnissen verlangt. Es deckt Miete, Energie, Belüftung, Umlagerung, Schädlingskontrolle und Versicherung ab und wird üblicherweise je Tonne und Monat abgerechnet, oft mit einigen lagergeldfreien Wochen direkt nach der Ernte.
Für die Vermarktungsentscheidung ist es die entscheidende Rechengröße: Wer die Ernte einlagert und auf steigende Preise wartet, muss neben dem Lagergeld auch Zinskosten für das gebundene Kapital, den Schwund und mögliche Qualitätsabschläge gegenrechnen. Erst wenn der erwartete Preisanstieg diese Summe übersteigt, lohnt das Warten.
Genau diese Kosten spiegeln sich in der Terminmarktkurve: Liegen die späteren Kontrakte über dem Kassapreis (Contango), bezahlt der Markt die Lagerhaltung. Betriebe mit eigenem Lager haben hier einen strukturellen Vorteil, weil bei ihnen nur die Grenzkosten anfallen.
Häufige Fragen
Was ist Lagergeld?
Die Gebühr für die Einlagerung von Erntegut in einem fremden Lager, meist je Tonne und Monat abgerechnet.
Wie hoch ist das Lagergeld?
Es hängt von Lagerdauer, Menge und Erzeugnis ab; üblich ist eine Abrechnung je Tonne und Monat nach einigen lagergeldfreien Wochen.
Warum ist das Lagergeld wichtig?
Zusammen mit Zins, Schwund und Qualitätsrisiko entscheidet es darüber, ob sich das Warten auf einen höheren Preis überhaupt rechnet.