Vorauflaufbehandlung
Die Vorauflaufbehandlung erfolgt nach der Saat, aber vor dem Auflaufen von Kultur und Unkraut. Sie erfasst keimende Unkräuter, bevor sie sich etablieren.
Die Vorauflaufbehandlung (Kürzel VA) ist eine Herbizidstrategie: Das Mittel wird nach der Saat, aber vor dem Auflaufen von Kultur und Unkraut ausgebracht. Es legt einen Wirkstofffilm auf den Boden, den die keimenden Unkräuter mit dem Keimling aufnehmen.
Wichtige Wirkstoffe:
- Pendimethalin — in Getreide, Raps und Sonnenblume.
- Prosulfocarb — gegen Ackerfuchsschwanz und Windhalm im Getreide.
- Terbuthylazin — in Mais.
Flufenacet, Metribuzin und S-Metolachlor, früher Standard im Vorauflauf, sind in der EU nicht mehr genehmigt.
Zeitpunkt und Bedingungen:
- 0 bis 3 Tage nach der Saat, je nach Auflaufgeschwindigkeit.
- Der Boden muss feucht sein — auf trockenem Boden wirkt Vorauflauf kaum, weil der Wirkstoff nicht in die Keimzone gelangt.
- Ein feinkrümeliges, rückverfestigtes Saatbett ist Voraussetzung; auf grobscholligem Boden bleiben Lücken im Wirkstofffilm.
Vorteile:
- Erfasst 70 bis 90 % der Unkräuter, bevor sie Konkurrenz ausüben.
- Entlastet die Nachauflaufbehandlung und damit den gesamten Herbizidaufwand.
- Wirkt gegen Ungräser, bei denen Nachauflaufmittel wegen Resistenzen zunehmend versagen — beim Ackerfuchsschwanz ist der Vorauflauf inzwischen das Rückgrat der Bekämpfung.
Grenzen:
- Trockenheit kann die Wirkung völlig ausbleiben lassen.
- Verträglichkeit — bei zu flacher Saat oder Starkregen nach der Anwendung sind Schäden an der Kultur möglich.
- Die Zulassung ist national geregelt; Aufwandmengen, Auflagen zu Abstandsflächen und Anwendungszeitpunkte sind dem jeweils gültigen Register zu entnehmen (Deutschland BVL, Österreich BAES).