Glyphosat (Roundup)
Glyphosat (Handelsname Roundup) ist ein nicht selektives, systemisches Herbizid — es erfasst alle grünen Pflanzen. Das weltweit meistverwendete Herbizid, in der EU bis Ende 2033 genehmigt.
Glyphosat ist der weltweit meistverwendete Herbizidwirkstoff, vermarktet unter der Marke Roundup und zahlreichen Generika. Es wirkt nicht selektiv — es erfasst jede grüne Pflanze — und systemisch: Es wird über das Blatt aufgenommen und bis in die Wurzeln verlagert, weshalb es auch Wurzelunkräuter wie Quecke und Distel erfasst.
Anwendung:
- Vor der Saat — Beseitigung von Ausfall und Unkraut auf der Stoppel, insbesondere im pfluglosen Anbau.
- Vor dem Auflaufen der Kultur.
- Auf Nichtkulturland und im Forst gegen Konkurrenzvegetation.
Zulassungslage:
- Die EU hat den Wirkstoff im November 2023 bis zum 15. Dezember 2033 erneut genehmigt.
- Deutschland schränkt die Anwendung national ein: Die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung verbietet den Einsatz in Naturschutzgebieten, auf Gewässerrandstreifen und auf Nichtkulturland; die Sikkation vor der Ernte ist untersagt, ebenso die Anwendung durch Privatpersonen im Haus- und Kleingarten.
- Österreich hat ein Teilverbot: Die Anwendung ist auf öffentlichen Flächen sowie für Privatanwender untersagt, die Sikkation vor der Ernte ebenfalls.
- Im Ökolandbau ist Glyphosat vollständig ausgeschlossen.
Zur Kontroverse: Die IARC der WHO stufte Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen" (Gruppe 2A) ein, während EFSA und ECHA nach ihren Bewertungen kein unannehmbares Risiko sahen — die Bewertungen unterscheiden sich methodisch, weil die IARC das Gefahrenpotenzial, die EU-Behörden das Risiko unter zugelassenen Anwendungsbedingungen beurteilen.
Zur Praxis: Der Anwender braucht einen Sachkundenachweis Pflanzenschutz, und die Anwendung ist in der Schlagkartei zu dokumentieren. Der Preis liegt je nach Formulierung und Gebinde bei etwa 6 bis 12 €/l bei Aufwandmengen von 2 bis 4 l/ha.