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Pflanzenschutz

Blattläuse an Rüben

Auch: Grüne Pfirsichblattlaus, Myzus persicae, Schwarze Bohnenblattlaus

Blattläuse schaden an Zuckerrüben weniger durch das Saugen als durch die Übertragung der Vergilbungsviren — seit dem Verbot der Neonikotinoid-Beize das drängendste Problem des Rübenanbaus.

An Zuckerrüben treten vor allem die Grüne Pfirsichblattlaus (*Myzus persicae*) und die Schwarze Bohnenblattlaus (*Aphis fabae*) auf. Der direkte Saugschaden ist selten entscheidend — die eigentliche Gefahr ist die Virusübertragung.

Die Vergilbungsviren — Beet Yellows Virus (BYV) und die Beet Mild Yellowing Viruses — verursachen ein Vergilben und Verdicken der älteren Blätter. Weil die Photosynthese zusammenbricht, sinken Rübenertrag und Zuckergehalt zugleich; Verluste von 30 bis 50 % sind in starken Jahren belegt. Eine Heilung gibt es nicht: Ist die Pflanze infiziert, bleibt sie es.

Warum das Thema so brisant geworden ist: Bis 2018 hielt die neonikotinoide Saatgutbeize die Blattläuse in der empfindlichen Jugendphase zuverlässig fern. Mit dem EU-weiten Verbot der Freilandanwendung fiel dieser Schutz weg. Mehrere Mitgliedstaaten erteilten daraufhin Notfallzulassungen für die Rübenbeize — bis der Europäische Gerichtshof 2023 entschied, dass genau das unzulässig ist: Für ausdrücklich verbotene Anwendungen dürfen keine Notfallzulassungen mehr erteilt werden. Seither ist der Rübenanbau in Deutschland und Österreich auf Blattbehandlungen und ackerbauliche Maßnahmen angewiesen.

Die Bekämpfung stützt sich damit auf:

  • Monitoring über Gelbschalen und die regionalen Warndienste, die den Zuflug melden
  • Bekämpfungsschwellen, die früh ansetzen, weil jede virusübertragende Laus zählt — die Schwelle liegt daher weit unter der eines reinen Saugschadens
  • Selektive Wirkstoffe wie Flonicamid, die Nützlinge schonen; breit wirkende Pyrethroide sind hier oft kontraproduktiv, weil sie Marienkäfer, Schwebfliegen und Schlupfwespen mit ausschalten und die Läuse zudem vielerorts resistent sind
  • Toleranzzüchtung — die aussichtsreichste Antwort: Erste Sorten mit Virustoleranz sind auf dem Markt und werden konsequent weiterentwickelt
  • Ackerbaulich frühe Saat für einen Entwicklungsvorsprung sowie das Beseitigen von Wirtspflanzen und Rübenmieten in der Umgebung
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