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Pflanzenschutz

Kartoffelkäfer

Auch: Leptinotarsa decemlineata, Colorado potato beetle

Der Kartoffelkäfer ist der wichtigste tierische Schädling der Kartoffel und weltweit berüchtigt für seine rasche Resistenzbildung.

*Leptinotarsa decemlineata* stammt aus Nordamerika, wo er ursprünglich an Wildnachtschatten lebte, und wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt. Der gelb-schwarz längsgestreifte Käfer ist unverwechselbar; die Larven sind ziegelrot mit schwarzen Punktreihen.

Den Hauptschaden richten die Larven an. Bei starkem Befall fressen sie den Bestand bis auf die Rippen kahl. Da der Ertrag unmittelbar von der grünen Blattfläche abhängt, führt Kahlfraß vor der Knollenbildung zu Totalausfall.

Der Zyklus: Die Käfer überwintern im Boden und kommen im Mai bei etwa 15 °C Bodentemperatur an die Oberfläche. Jedes Weibchen legt 400 bis 800 Eier in Gelegen an die Blattunterseite. In Mitteleuropa entwickeln sich je nach Witterung eine bis zwei Generationen.

Die Bekämpfung richtet sich gegen die jungen Larvenstadien L1 und L2 — ältere Larven und die Käfer selbst sind deutlich schwerer zu erfassen. Als Bekämpfungsschwelle gelten grob 15 Larven je Pflanze oder Befall an mehr als einem Drittel der Pflanzen.

Die Resistenzgeschichte ist beispiellos. Der Kartoffelkäfer hat nacheinander Resistenzen gegen praktisch jede eingesetzte Wirkstoffgruppe entwickelt — DDT, Organophosphate, Carbamate, Pyrethroide und Neonikotinoide. Weltweit sind Resistenzen gegen über fünfzig Wirkstoffe dokumentiert. Er gilt damit als Musterbeispiel dafür, wie schnell ein Insekt mit vielen Nachkommen und mehreren Generationen je Jahr chemischen Druck beantwortet.

Daraus folgt ein striktes Resistenzmanagement: Wirkungsweisen nach IRAC-Gruppen wechseln, innerhalb einer Generation nie zweimal dieselbe Gruppe, volle Aufwandmengen und Behandlung erst nach Schwellenüberschreitung.

Im Ökolandbau wirkt *Bacillus thuringiensis* der Unterart *tenebrionis* gezielt gegen junge Larven, ebenso Spinosad. Ergänzend helfen weite Fruchtfolge — Kartoffeln möglichst weit vom Vorjahresschlag entfernt, denn die Käfer laufen zu Fuß —, frühe Sorten und das Absammeln in kleinen Beständen.

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