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Kulturen und Rohstoffe

Mohn

Auch: Schlafmohn, Papaver somniferum, Graumohn, Backmohn

Mohn liefert Backmohn und Mohnöl. Wer ihn in Deutschland anbauen will, braucht nach dem Betäubungsmittelgesetz eine Erlaubnis; in Österreich ist der Mohnanbau seit Langem verbreitet.

Mohn (*Papaver somniferum*) wird in Mitteleuropa für Backmohn und Mohnöl angebaut. Der Ertrag liegt bei 6 bis 12 dt/ha.

Der wichtigste Unterschied zwischen Deutschland und Österreich ist rechtlicher Natur — und er wird regelmäßig unterschätzt:

In Deutschland ist Schlafmohn dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Der Anbau ist nur mit einer Erlaubnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zulässig, die an eine morphinarme Sorte, Anbaumeldung, Flächenkontrolle und Nachweispflichten gebunden ist. Der Anbau ohne Erlaubnis ist strafbar — auch im Hausgarten. Entsprechend klein ist die Fläche.

In Österreich hat der Mohnanbau dagegen eine ungebrochene Tradition, insbesondere im Waldviertel. Der Waldviertler Graumohn ist als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen und ein Aushängeschild der Region; der Anbau ist über das Suchtmittelrecht geregelt, aber praktisch etabliert. Mohnzelten, Mohnnudeln und Mohnöl gehören zur regionalen Küche.

Anbau: Winter- und Sommermohn sind möglich; Sommermohn wird sehr früh gesät, sobald der Boden befahrbar ist. Der Samen ist winzig, weshalb ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett und eine Ablage von höchstens ein bis zwei Zentimetern entscheidend sind. Die Jugendentwicklung ist ausgesprochen schwach; Verunkrautung ist das größte Anbaurisiko, und die Zahl zugelassener Herbizide ist klein.

Ernte: Gedroschen wird bei vollständig abgereiften, rasselnden Kapseln mit stark abgesenkter Trommeldrehzahl, weil das Korn sehr bruchempfindlich ist. Der Samen muss unmittelbar heruntergetrocknet werden — bei hohem Ölgehalt verdirbt er sonst rasch.

Verwendung: Blaumohn für Backwaren, Graumohn vor allem in Österreich, dazu kaltgepresstes Mohnöl. Der Speisemohn selbst enthält nur Spuren an Alkaloiden; die EU hat gleichwohl Richtwerte für Morphin in Mohnsamen festgelegt, denen mit sauberer Erntetechnik und Reinigung begegnet wird.

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