Knochenmehl
Knochenmehl ist ein organischer Phosphordünger aus gemahlenen Tierknochen, der Phosphor und Calcium langsam freisetzt.
Knochenmehl wird aus entfetteten, sterilisierten und gemahlenen Tierknochen hergestellt. Es enthält rund 20 bis 30 % P₂O₅, etwa 30 % Calcium und je nach Verarbeitung 3 bis 5 % Stickstoff.
Die Wirkung ist ausgesprochen langsam: Der Phosphor liegt als Calciumphosphat in der Knochenmatrix vor und muss erst mikrobiell erschlossen werden. Das dauert Monate bis Jahre und läuft in sauren Böden deutlich schneller als in kalkhaltigen — auf einem Boden mit pH 7,5 passiert lange Zeit fast nichts. Als Notdüngung bei akutem Phosphormangel taugt es deshalb nicht; sein Platz ist die langfristige Grundversorgung.
Der wichtigste Anwendungsbereich ist der Ökolandbau, in dem wasserlösliche Mineralphosphate nicht zugelassen sind. Dort schließt Knochenmehl eine echte Lücke, denn Phosphor ist in vieharmen Biobetrieben oft der begrenzende Nährstoff.
Rechtlich handelt es sich um ein tierisches Nebenprodukt nach der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009. Als Folge der BSE-Krise ist die Verfütterung an Nutztiere weitgehend verboten, die Verwendung als Dünger dagegen zulässig — unter Auflagen: Zugelassen sind nur verarbeitete Produkte der Kategorien 2 und 3 aus registrierten Betrieben, und auf Flächen, die mit Knochen- oder Fleischknochenmehl gedüngt wurden, dürfen Nutztiere mindestens 21 Tage lang nicht weiden. Diese Weidesperre wird in der Praxis regelmäßig übersehen.
Häufige Fragen
Wozu wird Knochenmehl verwendet?
Als langsam wirkender organischer Phosphor- und Calciumdünger, vor allem im Ökolandbau.
Wie wird Knochenmehl ausgebracht?
Flächig gestreut und eingearbeitet oder als Zuschlag im Kompost — wegen der langsamen Wirkung möglichst lange vor dem Bedarf.
Gibt es rechtliche Auflagen?
Ja. Als tierisches Nebenprodukt darf nur verarbeitetes Material verwendet werden, und gedüngte Flächen dürfen mindestens 21 Tage nicht beweidet werden.