Ladeluftkühler
Der Ladeluftkühler kühlt die vom Turbolader verdichtete Luft, bevor sie in den Motor gelangt.
Beim Verdichten im Turbolader erwärmt sich die Ansaugluft physikalisch bedingt stark — Austrittstemperaturen von 150 bis 200 °C sind normal. Warme Luft ist dünner, enthält also weniger Sauerstoff je Volumen. Der Ladeluftkühler senkt die Temperatur vor dem Einlass wieder auf 40 bis 60 °C und erhöht damit die Luftmasse im Zylinder erheblich.
Daraus folgen drei Effekte: mehr Leistung bei gleichem Hubraum, weil mehr Kraftstoff sauber verbrannt werden kann; geringere thermische Belastung von Kolben, Ventilen und Turbolader; und weniger Stickoxide, weil die Verbrennungsspitzentemperatur sinkt. Der letzte Punkt ist der Grund, warum ohne Ladeluftkühlung die Abgasstufen der Reihe Stage V überhaupt nicht erreichbar wären.
Gebaut wird er meist als Luft-Luft-Kühler vor dem Wasserkühler im Kühlerpaket. In der Landtechnik ist dieses Paket aus Ladeluft-, Wasser-, Öl- und Klimakühler ein Wartungspunkt ersten Ranges: Spreu, Staub und Häckselgut setzen die Lamellen zu und lassen die Temperaturen steigen. Umkehrlüfter, die zyklisch die Drehrichtung wechseln und das Paket freiblasen, gehören deshalb bei Erntemaschinen zur Standardausstattung.
Siehe auch Turbolader, Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) und Abgasstufen Stage / Tier.
Häufige Fragen
Wozu dient ein Ladeluftkühler?
Er kühlt die vom Turbolader verdichtete Luft, wodurch mehr Sauerstoff in den Zylinder gelangt und Leistung sowie Verbrennungsqualität steigen.
Worin unterscheiden sich Luft-Luft- und Wasser-Ladeluftkühler?
Der Luft-Luft-Kühler nutzt den Fahrtwind, der wassergekühlte einen eigenen Kühlkreislauf — dieser reagiert schneller und baut kompakter.