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Tierhaltung

F1-Hybride

Auch: Hybride, Heterosis, Kreuzungstier

Die F1-Hybride ist die erste Generation aus der Kreuzung zweier reiner Linien — sie zeigt den maximalen Heterosiseffekt, vererbt ihn aber nicht.

Als F1 bezeichnet man die erste Tochtergeneration aus der Kreuzung zweier genetisch verschiedener, in sich einheitlicher Elternlinien. Sie ist untereinander sehr gleichmäßig und zeigt den maximalen Heterosiseffekt — jene Leistungsüberlegenheit gegenüber dem Mittel der Eltern, die sich mit klassischer Selektion nicht erreichen lässt.

Der entscheidende Punkt ist die zweite Generation. In der F2 spalten die Merkmale nach den Mendelschen Regeln wieder auf: Die Nachkommen werden ungleichmäßig, und der Heterosiseffekt halbiert sich. Hybridsaatgut lässt sich deshalb nicht nachbauen — wer F2-Saatgut aussät, erntet einen uneinheitlichen Bestand mit deutlich geringerer Leistung. Genau daraus folgt, dass Hybridsaatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss; das ist keine vertragliche Willkür, sondern Biologie.

Wo Hybriden die Praxis bestimmen:

  • Mais — praktisch vollständig auf Hybriden umgestellt, seit den 1930er-Jahren in den USA und ab den 1950er-Jahren in Europa; die Ertragssteigerung im Mais geht zu einem erheblichen Teil darauf zurück
  • Roggen — Hybridroggen bringt 20 bis 40 % Mehrertrag gegenüber Populationssorten, siehe Winterroggen
  • Zuckerrübe, Sonnenblume, Raps — bei Raps überwiegend Hybridsorten
  • Geflügel — Lege- und Masthybriden sind durchweg Mehrweg-Kreuzungen aus streng getrennten Elternlinien
  • Schwein — die Sau ist meist eine F1 aus Deutscher Landrasse und Deutschem Edelschwein, angepaart mit einem Endstufeneber

Warum Heterosis wirkt, ist nicht abschließend geklärt; die verbreitetste Erklärung ist, dass sich rezessive Schwächen der einen Linie durch die intakten Allele der anderen ausgleichen. Am stärksten zeigt sich der Effekt bei niedrig erblichen Merkmalen — Fruchtbarkeit, Vitalität, Widerstandsfähigkeit —, also gerade dort, wo die Reinzucht nur langsam vorankommt.

Die Kehrseite ist die Abhängigkeit: Wer auf Hybriden setzt, ist auf Saatgut- und Zuchtunternehmen angewiesen und kann keine eigene Nachzucht aufbauen. Für den Erhalt genetischer Vielfalt und im Ökolandbau, wo Nachbau eine Rolle spielt, sind Populationssorten deshalb weiterhin von Bedeutung.

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