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Einheiten und Messgrößen

Wasseraufwandmenge (l/ha)

Auch: Wasseraufwand, Brühemenge, Ausbringmenge

Die Wasseraufwandmenge ist die Menge Spritzbrühe je Hektar — sie bestimmt Benetzung und Eindringtiefe, nicht die Wirkstoffmenge.

Die Wasseraufwandmenge gibt an, wie viel Liter Spritzbrühe je Hektar ausgebracht werden. Der wichtigste Punkt vorweg, weil er ständig verwechselt wird: Sie ändert nicht die ausgebrachte Wirkstoffmenge. Die ist durch die Aufwandmenge des Mittels je Hektar festgelegt. Das Wasser ist nur das Transportmittel — es bestimmt, wie der Wirkstoff verteilt wird, nicht wie viel davon ankommt.

Was sie tatsächlich beeinflusst: die Tropfenzahl und damit die Gleichmäßigkeit der Benetzung, die Eindringtiefe in dichte Bestände und die Abdriftneigung.

Übliche Bereiche und ihre Logik:

  • 100 bis 150 l/ha — systemische Blattherbizide auf niedrigen Beständen; wenig Wasser reicht, weil der Wirkstoff selbst wandert
  • 200 bis 300 l/ha — Fungizide im Getreide; hier muss die Brühe bis ins Fahnenblatt und in dichte Bestände hinein
  • 300 bis 400 l/ha — Bodenherbizide, die eine geschlossene Benetzung der Bodenoberfläche brauchen, sowie dichte Kartoffel- und Rübenbestände
  • bis über 1.000 l/ha — Obst- und Weinbau mit Gebläsespritzen im dreidimensionalen Bestand

Die verbreitete Sparlogik geht oft nach hinten los. Weniger Wasser bedeutet weniger Nachfüllstopps und mehr Flächenleistung — aber bei Kontaktmitteln und dichten Beständen sinkt die Wirkung, weil schlicht zu wenige Tropfen je Blattfläche ankommen. Bei systemischen Mitteln ist die Reduktion dagegen meist unkritisch.

Verbindlich ist die Gebrauchsanleitung: Sie nennt für jedes Mittel und jede Indikation einen zulässigen Bereich, oft mit Staffelung nach Bestandeshöhe. Zusammen mit der Düsenwahl bestimmt die Wasseraufwandmenge außerdem die Abdriftminderungsklasse — und damit die einzuhaltenden Abstände zu Gewässern und Saumbiotopen.

Häufige Fragen

Wie wird die Wasseraufwandmenge festgelegt?

Nach der Gebrauchsanleitung des Mittels, angepasst an Bestandesdichte und Zielfläche — sie ändert nicht die Wirkstoffmenge je Hektar.

Welche Wasseraufwandmenge ist üblich?

100 bis 150 l/ha bei systemischen Herbiziden, 200 bis 300 l/ha bei Fungiziden im Getreide, 300 bis 400 l/ha bei Bodenherbiziden.

Externe Quelle: Wikipedia: Feldspritze
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