Apfelschorf
Der Apfelschorf ist die wichtigste Krankheit im Apfelanbau; er erzeugt olivbraune Flecken auf Blättern und verschorfte, unverkäufliche Früchte.
Erreger ist *Venturia inaequalis*. Auf den Blättern entstehen zunächst olivgrüne, samtige Flecken, die später dunkelbraun werden; auf den Früchten bilden sich verkorkte, rissige Schorfstellen. Die Frucht bleibt essbar, ist aber praktisch nicht mehr vermarktbar — der wirtschaftliche Schaden ist deshalb fast vollständig ein Qualitätsschaden.
Der Infektionszyklus bestimmt die gesamte Bekämpfungsstrategie. Der Pilz überwintert im Falllaub am Boden und bildet dort Fruchtkörper. Im Frühjahr werden bei Regen Ascosporen ausgeschleudert, die die jungen Blätter infizieren — die Primärinfektion. Aus diesen Flecken entstehen dann über den Sommer laufend Konidien für die Sekundärinfektionen.
Ob eine Infektion zustande kommt, hängt von der Blattnassdauer bei gegebener Temperatur ab. Diesen Zusammenhang beschreibt die klassische Mills-Tabelle: bei 10 °C etwa 14 Stunden Blattnässe, bei 18 °C nur noch rund 8. Praktisch jede Obstbauberatung betreibt darauf aufbauende Warndienste mit Wetterstationen im Bestand; behandelt wird nach Infektionsereignis, nicht nach Kalender.
Die wirksamste Einzelmaßnahme kostet kein Fungizid: die Reduktion des Falllaubs. Häckseln, Harnstoffbehandlung des Laubes im Herbst zur Beschleunigung der Rotte oder Abfahren senken das Ascosporenpotenzial im Frühjahr erheblich.
Hinzu kommen schorfresistente Sorten wie Topaz, Santana oder Rewena, die auf dem Vf-Resistenzgen beruhen — im Ökoanbau die Grundlage. Chemisch stehen Kontaktmittel wie Captan und im Ökoanbau Schwefel und Kupfer sowie systemische Mittel zur Verfügung; der Erreger ist resistenzfreudig, weshalb Wirkstoffwechsel und Kontaktpartner Pflicht sind.
Häufige Fragen
Wie erkennt man Apfelschorf?
An olivgrünen bis dunkelbraunen samtigen Flecken auf den Blättern und verkorkten, rissigen Schorfstellen auf den Früchten.
Wie wird Apfelschorf bekämpft?
Über Falllaubreduktion im Herbst, schorfresistente Sorten und Fungizidbehandlungen nach Infektionsereignissen aus dem Warndienst.