Rotormähdrescher
Der Rotormähdrescher nutzt einen längs eingebauten Rotor statt Dreschtrommel und Schüttlern — höherer Durchsatz, schonendere Kornbehandlung, mehr Leistung.
Ein klassischer Mähdrescher hat eine quer eingebaute Dreschtrommel und Hordenschüttler zur Trennung von Korn und Stroh. Der Rotormähdrescher ersetzt beides durch einen einzigen längs eingebauten Rotor, durch den der gesamte Erntegutstrom läuft.
Vorteile:
- 15 bis 25 % mehr Durchsatz gegenüber einem Schüttlerdrescher vergleichbarer Größe.
- Weniger Bruchkorn — das Gut wird auf längerem Weg schonender behandelt.
- Bessere Abscheidung bei feuchten Bedingungen — nach Regen oder bei Morgentau.
- Einfachere Mechanik — weniger bewegte Teile und Keilriemen als bei Schüttlern.
Nachteile:
- Höherer Kraftstoffbedarf — der Rotor braucht mehr Antriebsleistung.
- Stärker zerschlagenes Stroh — wer langes, pressfähiges Stroh für Einstreu braucht, fährt mit dem Schüttlerdrescher besser.
- Höherer Anschaffungspreis, etwa 10 bis 20 % über einem vergleichbaren Schüttlerdrescher.
Die wichtigsten Bauarten:
- Case IH Axial-Flow — der Wegbereiter seit 1977, ein Rotor.
- John Deere S-Serie — Einrotor.
- New Holland CR — Twin Rotor mit zwei parallelen Rotoren.
- Fendt IDEAL — Doppelrotor mit Helix-Geometrie.
- Claas Lexion APS Hybrid — der Kompromiss: klassische Dreschtrommel mit Beschleuniger und nachgeschalteter Rotorabscheidung.
In Mitteleuropa hält sich der Schüttlerdrescher besser als in Nordamerika, weil Stroh hier als Einstreu und Futter einen Wert hat. Für Betriebe mit Viehhaltung ist das oft das entscheidende Argument.