Mähdrescherklasse
Die Mähdrescherklasse (III bis X+) beschreibt Größe und Durchsatz — abgeleitet aus Dreschwerksfläche und Schüttlerzahl beziehungsweise Rotorgröße. Höhere Klasse bedeutet mehr Durchsatz.
Die Klasseneinteilung der Mähdrescher ist die europäische Einordnung nach Durchsatz und Größe des Dreschwerks. Maßgeblich sind die Dreschwerksfläche und die Zahl der Schüttler beziehungsweise bei Rotormaschinen die Rotorgröße.
Eine grobe Übersicht:
- Klasse III: 100 bis 120 kW (135 bis 160 PS), Schneidwerk 4 m, Korntank 4 500 l.
- Klasse IV: 120 bis 155 kW, Schneidwerk 4,5 bis 5 m, Korntank 5 500 l.
- Klasse V: 155 bis 185 kW, Schneidwerk 5 bis 6 m, Korntank 6 500 l.
- Klasse VI: 185 bis 230 kW, Schneidwerk 6 bis 7,5 m, Korntank 7 500 l.
- Klasse VII: 230 bis 270 kW, Schneidwerk 7,5 bis 9 m, Korntank 9 000 l.
- Klasse VIII: 270 bis 330 kW, Schneidwerk 9 bis 10,5 m, Korntank 10 500 l.
- Klasse IX: 330 bis 400 kW, Schneidwerk 10,5 bis 12 m, Korntank 12 000 l.
- Klasse X und darüber: über 400 kW, Schneidwerk 12 bis 18 m, Korntank über 14 000 l.
Zur Einordnung nach Betriebsgröße:
- 50 bis 200 ha Getreide: Klasse IV bis V (Claas Avero und Tucano, John Deere T-Serie, Case IH Axial-Flow 5000).
- 200 bis 500 ha: Klasse VI bis VII (Claas Trion, John Deere T670, New Holland CX).
- 500 bis 1 500 ha: Klasse VIII bis IX (Claas Lexion 7000 und 8000, John Deere S790, Fendt IDEAL 8).
- Über 1 500 ha oder Lohnunternehmen: Klasse X (Claas Lexion 8900, John Deere X9, Fendt IDEAL 10T, New Holland CR11).
‼️ Eine höhere Klasse ist nicht automatisch die bessere Wahl. Ein überdimensionierter Mähdrescher bindet Kapital, das im Erntefenster nicht ausgelastet wird. Die Faustregel lautet: Die Maschine sollte die Erntefläche in etwa zehn bis vierzehn nutzbaren Tagen schaffen — mehr Reserve kostet mehr, als der gewonnene Spielraum wert ist.