Hydraulische Lenkung
Die hydraulische Lenkung überträgt die Lenkbewegung über Öldruck statt mechanisch und macht schwere Maschinen überhaupt erst lenkbar.
Beim Traktor ist die Lenkung heute durchweg hydrostatisch: Zwischen Lenkrad und Achse gibt es keine mechanische Verbindung mehr. Das Lenkrad treibt eine Dosierpumpe — das Lenkorbitrol —, die Öl proportional zum Drehwinkel zu den Lenkzylindern schickt. Das ist mehr als eine Kraftunterstützung wie in der Pkw-Servolenkung; ohne Öldruck steht die Lenkung.
Deshalb schreibt die Bauartzulassung eine Notlenkeigenschaft vor: Fällt der Motor aus, muss sich das Fahrzeug noch mit erhöhtem, aber begrenztem Kraftaufwand lenken lassen. Das Orbitrol arbeitet dann als von Hand angetriebene Pumpe.
Der eigentliche Gewinn liegt in der Freiheit der Anordnung: Weil nur Schläuche verlegt werden müssen, sind Knicklenkung, Allradlenkung und Hundegang konstruktiv überhaupt erst möglich. Und es ist die Voraussetzung für automatische Lenksysteme — ein elektrohydraulisches Ventil greift direkt in denselben Ölkreis ein, weshalb sich Spurführung ohne Umbau des Lenkgestänges nachrüsten lässt. Siehe Automatische Lenkung.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine hydraulische Lenkung?
Das Lenkrad treibt eine Dosierpumpe, die Öl proportional zum Drehwinkel an die Lenkzylinder schickt — eine mechanische Verbindung zur Achse gibt es nicht.
Was passiert bei Motorausfall?
Das Lenkorbitrol arbeitet als Handpumpe weiter; die vorgeschriebene Notlenkeigenschaft erlaubt das Lenken mit erhöhtem Kraftaufwand.