Apfelwickler
Der Apfelwickler ist der bedeutendste Fruchtschädling im Apfelanbau — seine Raupe ist die klassische Made im Apfel.
*Cydia pomonella* ist ein unscheinbarer grauer Kleinschmetterling, dessen Raupe sich in die Frucht bohrt, zum Kernhaus vorfrisst und den charakteristischen, mit Kot gefüllten Fraßgang hinterlässt. Befallene Früchte fallen vorzeitig ab oder faulen sekundär — und sie sind vollständig unverkäuflich, weshalb schon geringe Befallsraten wirtschaftlich schmerzen.
Der Lebenszyklus: Die Falter fliegen ab Mai, wenn die Abenddämmerungstemperatur etwa 15 °C überschreitet, und legen ihre Eier einzeln an Früchte und Blätter. Die schlüpfende Raupe hat nur ein kurzes Zeitfenster außerhalb der Frucht — nur in dieser Phase ist sie überhaupt bekämpfbar. Sobald sie eingebohrt ist, erreicht sie kein Kontaktmittel mehr. In Mitteleuropa treten je nach Witterung ein bis zwei Generationen auf, in warmen Jahren eine partielle dritte.
Deshalb ist das Timing alles. Überwacht wird der Flug mit Pheromonfallen; der Behandlungstermin wird über Temperatursummenmodelle berechnet, die vom Flughöhepunkt aus den Schlupf der Räupchen vorhersagen. Wer nach Kalender spritzt, trifft regelmäßig daneben.
Zwei Verfahren haben den Obstbau verändert. Die Verwirrungsmethode verteilt Pheromondispenser flächig im Bestand, sodass die Männchen die Weibchen nicht mehr finden — sie funktioniert nur bei ausreichender Flächengröße und geringem Ausgangsbefall, ist dann aber sehr wirksam und schont sämtliche Nützlinge. Und das Granulovirus (CpGV) ist ein hochspezifisches Virus, das ausschließlich Apfelwicklerraupen befällt, im Ökoanbau zugelassen ist und dort das Rückgrat der Bekämpfung bildet. In einigen Anlagen sind allerdings bereits virusresistente Apfelwicklerpopulationen aufgetreten, weshalb Isolatwechsel empfohlen wird.
Häufige Fragen
Wie erkennt man einen Apfelwicklerbefall?
An einem Bohrloch mit Kotauswurf an der Frucht und dem mit Kot gefüllten Fraßgang bis zum Kernhaus.
Wie wird der Apfelwickler bekämpft?
Über Pheromonfallen und Prognosemodelle zum richtigen Termin, durch die Verwirrungsmethode sowie mit dem hochspezifischen Granulovirus.