Traktorhydraulik
Die Traktorhydraulik versorgt Hubwerk, externe Steuergeräte für Anbaugeräte und häufig auch die Lenkung. Moderne Systeme arbeiten lastabhängig (Load Sensing).
Das Hydrauliksystem des Traktors versorgt:
- Das Hubwerk — Ausheben der Anbaugeräte.
- Die externen Steuergeräte (SCV — Selective Control Valves) — hydraulische Funktionen am Gerät, etwa Klappen der Feldspritze, Zylinder, Winden.
- Die Lenkhilfe.
- Zapfwellenkupplung, Differenzialsperre und Allradzuschaltung.
Bauarten:
- Offener Kreislauf (Open Center) — die Pumpe fördert dauerhaft den vollen Volumenstrom, der Überschuss läuft in den Tank zurück. Einfach, aber wenig effizient; für leichte Geräte ausreichend.
- Geschlossener Kreislauf mit Load Sensing (LS) — heutiger Standard: Die Pumpe liefert nur so viel Druck und Volumenstrom, wie das Gerät anfordert. Das spart 5 bis 15 % Kraftstoff.
- PFC (Pressure Flow Compensation) — die Premiumvariante des Load Sensing mit noch feinerer Regelung.
Die wichtigsten Kennwerte:
- Maximaler Druck — typischerweise 200 bar bei kleinen, bis 250 bar bei großen Traktoren.
- Maximaler Volumenstrom — 60 l/min bei Kleintraktoren, über 200 l/min bei Spitzenmodellen.
- Zahl der Steuergeräte — zwei sind Standard, vier bis sechs bei Premiumtraktoren für aufwendige Geräte.
Beim Öl teilen sich Getriebe und Hydraulik bei vielen Traktoren denselben Kreislauf (UTTO — Universal Tractor Transmission Oil); der Wechsel steht alle 1 500 bis 3 000 Betriebsstunden an. Mischen mit ATF oder Motoröl ist nicht zulässig — die Additivpakete sind nicht kompatibel.