Zwillingsbereifung
Die Zwillingsbereifung montiert zwei Räder je Achsseite — sie halbiert den Bodendruck und erhöht die Tragfähigkeit. Bei Großtraktoren im Feldeinsatz üblich.
Die Zwillingsbereifung (Duals) montiert zwei Räder nebeneinander auf jeder Achsseite statt eines einzelnen. Bei Traktoren über etwa 250 PS ist sie im Feldeinsatz nahezu die Regel.
Das Prinzip: Zwei Räder verdoppeln die Aufstandsfläche und halbieren damit den Bodendruck. Ein Traktor von 12 Tonnen erzeugt auf Einzelbereifung schnell 1,5 bar Kontaktflächendruck, mit Zwillingen sinkt er auf etwa 0,7 bis 1,0 bar — die Grenze, ab der Unterbodenverdichtung deutlich zunimmt.
Einsatz:
- Großtraktoren ab 250 PS — Fendt 900 und 1000, John Deere 8R und 9R, New Holland T9, Case IH Steiger.
- Wechselräder — die Zwillinge werden nur für die Feldarbeit montiert; für die Straßenfahrt kommen sie ab, weil die Gesamtbreite sonst über 3,00 m liegt.
- Dreifachbereifung bei den größten Maschinen — in Europa eine Ausnahme, in Nordamerika verbreiteter.
‼️ Straßenverkehr: In Deutschland und Österreich darf ein land- oder forstwirtschaftliches Fahrzeug bis 3,00 m breit sein; darüber ist eine Ausnahmegenehmigung nötig, und über 3,50 m kommen Begleitfahrzeuge hinzu. Wer mit überbreiter Zwillingsbereifung ohne Genehmigung auf die Straße fährt, riskiert Bußgeld und die Untersagung der Weiterfahrt. Die Montage erfolgt deshalb unmittelbar vor dem Feldeinsatz — mit Schnellkupplungssystemen dauert das nur wenige Minuten.
Die Alternative sind Breitreifen mit niedrigem Reifeninnendruck oder ein Reifendruckregelsystem, das den Druck für Feld und Straße getrennt einstellt. Es kostet weniger Umbauzeit, erreicht aber nicht die Tragfähigkeit echter Zwillinge.