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Pflanzenschutz

Azoxystrobin

Auch: Strobilurin, QoI-Fungizid

Azoxystrobin ist ein breit wirkendes Strobilurin-Fungizid, das die Atmungskette der Pilze blockiert — gegen Septoria aber wirkungslos.

Azoxystrobin war 1996 das erste zugelassene Strobilurin und ist bis heute eines der weltweit meistverwendeten Fungizide. Vorbild waren die Strobilurine des Kiefernzapfenrüblings, eines Waldpilzes, der damit seine Konkurrenz abwehrt.

Wirkungsweise: Es blockiert am Cytochrom-bc₁-Komplex die Atmungskette der Pilzzelle, die dadurch keine Energie mehr gewinnt. Der Angriffspunkt ist eng — genau das macht die Gruppe wirksam und zugleich resistenzanfällig.

Das Spektrum ist breit und umfasst Roste, Echten Mehltau, Netzflecken, Ramularia, Alternaria sowie Krankheiten in Obst, Gemüse und Sonderkulturen. Azoxystrobin wirkt vorbeugend und ist im Blatt systemisch verteilbar.

Die entscheidende Einschränkung in Mitteleuropa: Gegen die Blattdürre des Weizens (*Zymoseptoria tritici*) ist Azoxystrobin praktisch wirkungslos. Die Punktmutation G143A hat die Bindung an das Zielprotein aufgehoben und sich ab 2002/2003 innerhalb weniger Jahre in ganz Europa durchgesetzt. Wer ein Strobilurin gegen Septoria einsetzt, zahlt für eine Wirkung, die es nicht mehr gibt — im Getreide ist es deshalb heute Mischpartner für Roste, nicht Septoria-Baustein.

Der oft beworbene Greening-Effekt — Bestände bleiben länger grün — ist real, hat aber zwei Seiten: Er kann die Kornfüllung verlängern, aber auch die Abreife verzögern und den Drusch erschweren.

Zulassungen sind kulturspezifisch und national; maßgeblich sind die Register von BVL und BAES.

Häufige Fragen

Wogegen wirkt Azoxystrobin?

Gegen Roste, Echten Mehltau, Netzflecken, Ramularia und Alternaria sowie viele Krankheiten in Obst und Gemüse — gegen Septoria im Weizen jedoch nicht mehr.

Wie wirkt Azoxystrobin?

Es blockiert die mitochondriale Atmungskette der Pilzzelle am Cytochrom-bc₁-Komplex.

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