Saatstärke
Die Saatstärke ist die ausgebrachte Saatgutmenge je Flächeneinheit — richtig angegeben in Körnern je Quadratmeter, nicht in Kilogramm je Hektar.
Die Saatstärke bestimmt die angestrebte Bestandesdichte. Fachlich korrekt wird sie in Körnern je Quadratmeter angegeben, nicht in Kilogramm je Hektar — denn die nötige Kilogrammzahl hängt von der Tausendkornmasse und der Keimfähigkeit ab, die von Partie zu Partie erheblich schwanken.
Die Umrechnung lautet:
kg/ha = (Körner/m² × TKM in Gramm) ÷ (Keimfähigkeit in % × 10)
Bei 320 Körnern/m², einer Tausendkornmasse von 45 g und 95 % Keimfähigkeit ergeben sich rund 152 kg/ha. Dieselben 320 Körner/m² bei einer TKM von 52 g verlangen dagegen schon 175 kg/ha — wer stur nach Kilogramm sät, sät je nach Partie 15 % zu dünn oder zu dicht.
Orientierungswerte in Mitteleuropa: Winterweizen 280 bis 380 Körner/m² je nach Saatzeit, Wintergerste 260 bis 320, Winterraps 30 bis 50 als Einzelkornsaat, Körnermais 7 bis 9 Pflanzen/m², Zuckerrüben rund 1,1 Einheiten/ha.
Die Saatzeit ist der wichtigste Korrekturfaktor: Je später gesät wird, desto weniger Zeit bleibt für die Bestockung, desto höher muss die Saatstärke sein. Umgekehrt bestockt Weizen bei Frühsaat kräftig und braucht deutlich weniger Körner — dünne Frühsaaten sind zudem gesünder und standfester. Über teilflächenspezifische Saat lässt sich die Menge zusätzlich nach Bodengüte variieren.
Häufige Fragen
Wie wird die Saatstärke berechnet?
kg/ha = (Körner je m² × Tausendkornmasse in g) ÷ (Keimfähigkeit in % × 10).
Warum ist die richtige Saatstärke wichtig?
Sie bestimmt die Bestandesdichte und damit Ertrag, Standfestigkeit und Krankheitsdruck — zu dicht führt zu Lager und Pilzbefall, zu dünn zu Ertragsverlust.