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Präzisionslandwirtschaft

Bodenfeuchtesensor

Auch: Tensiometer, Bodenfeuchtemessung, FDR-Sonde

Bodenfeuchtesensoren messen den Wassergehalt oder die Wasserspannung im Boden und liefern die Grundlage für Bewässerungsentscheidungen.

Bodenfeuchtesensoren erfassen, wie viel Wasser im Boden ist — und wichtiger noch, wie schwer die Pflanze es bekommt.

Zwei grundverschiedene Messprinzipien, deren Unterschied entscheidend ist:

Volumetrische Sensoren (FDR und TDR) messen über die Dielektrizitätskonstante den Wassergehalt in Volumenprozent. Sie liefern absolute Zahlen, brauchen aber eine bodenartspezifische Kalibrierung.

Tensiometer messen die Saugspannung in Hektopascal, also die Kraft, mit der der Boden das Wasser festhält. Das ist physiologisch die relevantere Größe: Ein Sandboden mit 12 % Wasser kann der Pflanze mehr liefern als ein Tonboden mit 25 %, weil dieser das Wasser fester bindet. Richtwerte für den Bewässerungsstart liegen je nach Kultur und Boden bei 200 bis 500 hPa.

Richtig platzieren ist wichtiger als die Sensorwahl. Gemessen wird in mindestens zwei Tiefen — im Hauptwurzelraum und darunter —, an einer für den Schlag repräsentativen Stelle und nicht in der Fahrgasse. Der tiefere Sensor beantwortet die eigentliche Frage: Ist das Wasser noch in der Wurzelzone oder schon darunter durchgesickert? Wer nur oberflächlich misst, bewässert regelmäßig zu viel.

In Mitteleuropa wird kaum flächig bewässert; der Schwerpunkt liegt bei Kartoffeln, Gemüse, Obst, Hopfen und Sonderkulturen. Dort ist die Wirtschaftlichkeit klar, zumal die Wasserentnahme wasserrechtlich genehmigungspflichtig ist und in Trockenjahren zunehmend mengenmäßig beschränkt wird — belastbare Messdaten sind damit auch ein Argument gegenüber der Behörde.

Im nicht bewässerten Ackerbau dienen dieselben Sensoren einem anderen Zweck: der Befahrbarkeitsentscheidung. Sie zeigen, ob der Boden tragfähig ist — der wirksamste Schutz gegen Bodenverdichtung.

Häufige Fragen

Was misst ein Bodenfeuchtesensor?

Entweder den volumetrischen Wassergehalt oder — beim Tensiometer — die Saugspannung, also wie fest der Boden das Wasser hält.

Wozu dienen Bodenfeuchtesensoren?

Zur Steuerung der Bewässerung und im nicht bewässerten Ackerbau zur Beurteilung der Befahrbarkeit.

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