Kalkammonsalpeter (KAS)
Der granulierte Kalkammonsalpeter (KAS) liefert 27 % N, ergänzt um einen Kalkanteil. Der meistverwendete Stickstoffdünger in Mitteleuropa — rasch wirksam und lagersicher.
Kalkammonsalpeter (KAS, englisch CAN — Calcium Ammonium Nitrate) ist der Standard-Stickstoffdünger im deutschsprachigen Raum. Er enthält 27 % N, davon je zur Hälfte Nitrat (NO₃⁻) und Ammonium (NH₄⁺), dazu etwa 12 % CaO und teilweise MgO aus dem Kalk- beziehungsweise Dolomitanteil.
Vorteile gegenüber Harnstoff:
- Sofortige Wirkung — die Nitrathälfte ist unmittelbar pflanzenverfügbar, ohne Umsetzung im Boden.
- Keine Ausgasungsverluste — anders als Harnstoff entweicht kein Ammoniak, eine Einarbeitung ist nicht nötig. Damit erfüllt KAS die Anforderungen der Düngeverordnung ohne Zusatzmaßnahmen.
- Wirkt auch bei Trockenheit — Harnstoff braucht Feuchtigkeit für die Hydrolyse, KAS nicht.
- Lagersicher — der Kalkanteil macht ihn im Gegensatz zu reinem Ammonnitrat nicht brand- und explosionsfördernd. Die Lagerung unterliegt dennoch der Gefahrstoffverordnung: getrennt von Brennbarem, kühl und trocken.
Anwendung:
- Frühjahrsgabe zu Wintergetreide — 200 bis 400 kg/ha, entsprechend 54 bis 108 kg N/ha, meist in zwei bis drei Teilgaben.
- Kopfdüngung zu Mais und Sommerungen — 150 bis 250 kg/ha.
- Grünlanddüngung nach jedem Schnitt.
Preislich liegt KAS je Kilogramm Stickstoff etwa 10 bis 20 % über Harnstoff, gleicht das aber durch die geringeren Verluste und den Wegfall der Einarbeitung häufig aus. Die Bezugspreise bewegen sich je nach Marktlage bei etwa 300 bis 450 €/t.
Zu beachten: Die Ausbringmenge ist über die Düngebedarfsermittlung nach Düngeverordnung zu begrenzen; in nitratbelasteten Gebieten (roten Gebieten) gelten zusätzlich 20 % Abschlag und verschärfte Sperrfristen.