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Düngemittel

AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung)

Auch: AHL, UAN, Flüssigdünger, DAM

AHL ist ein flüssiger Stickstoffdünger mit 28 bis 32 % N aus Harnstoff, Ammonnitrat und Wasser. Ausgebracht wird er mit der Feldspritze — schnell, gleichmäßig und staubfrei.

Die Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL, englisch UAN) ist der verbreitetste Flüssigdünger Europas. Übliche Handelsformen sind AHL 28 und AHL 32 mit 28 beziehungsweise 32 % N. Die Zusammensetzung besteht etwa zur Hälfte aus Harnstoff, zu einem Viertel aus Ammonnitrat und zu einem Viertel aus Wasser — der Stickstoff liegt damit in drei Formen vor: Amid, Ammonium und Nitrat.

Ausbringung:

  • Feldspritze mit Schleppschläuchen oder Mehrlochdüsen — niemals mit gewöhnlichen Flachstrahldüsen, weil die feine Verteilung auf dem Blatt Verätzungen verursacht.
  • Aufwandmenge 100 bis 250 l/ha, entsprechend etwa 35 bis 90 kg N/ha.
  • Zeitpunkte: Frühjahrsgaben zu Getreide, Kopfdüngung, dazu Blattdüngung in stark verdünnter Form.

Vorteile:

  • Sehr gleichmäßige Verteilung — keine Streubildabweichungen wie beim Düngerstreuer, besonders wertvoll bei großen Arbeitsbreiten.
  • Hohe Schlagkraft — mit einer 30-m-Spritze sind über 100 ha am Tag möglich.
  • Tankmischung mit Pflanzenschutzmitteln und Mikronährstoffen möglich, was Überfahrten spart.
  • Kein Staub und keine Sackware — Lagerung im IBC oder im Hoftank.

Nachteile und Auflagen:

  • Verätzungsgefahr bei Temperaturen über etwa 20 °C, praller Sonne oder taunassem Bestand.
  • Korrosiv — eigene Tanks, Pumpen und Leitungen sind nötig, Edelstahl oder geeigneter Kunststoff.
  • ‼️ Ausbringtechnik ist vorgeschrieben: Die Düngeverordnung verlangt für flüssige Stickstoffdünger eine streifenförmige Ablage; bei der Lagerung greifen die Anforderungen an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), also Auffangwanne und Anzeigepflicht.

Je Einheit Stickstoff ist AHL meist etwas günstiger als granulierte Dünger; die Investition in Tank und Ausbringtechnik amortisiert sich ab mittlerer Betriebsgröße.

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